Kopftuch – Latzhose – Gabel und Besen, die Frauen in der
Zuckerfabrik
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 Die Kollegin Rutsch gehörte zum Stamm des Laborpersonals Foto: Hunger
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Ein über Jahrzehnte hinaus typisches Foto weiblicher
Zuckerfabrikbeschäftigung. Foto: Hunger
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Das getrocknete Futtermittel kam, je nach äußerer
Temperatur, noch dampfend auf das Transportfahrzeug Foto: G. Hunger (LVZ)
Auch in den letzten Betriebsjahren während der
Futtermittelbearbeitung noch aktuell, der Einsatz weiblicher Arbeitskräfte Foto: LVZ/Hunger
Welch innerbetriebliches Gaudi, wenn von einigen
Angehörigen im Sommer das Gradierwerk als Badestelle genutzt wurde Foto: Riedler
 40 Jahre später ist dieses Wasserabsatzbassin nur noch
ein funktionsloses Relikt Foto: Scheffler
Das in den 60er Jahren in der Döllnitz geschaffene
Stauwehr sorgte dafür, dass bei Bedarf genügend Brauch- und Spritzwasser vorhanden
war Foto: Scheffler
Noch heute (2009) funktionieren zwei der zur
Wasserversorgung der Zuckerfabrik geschaffenen Brunneneinrichtungen Foto: Scheffler
Mit der Wende kam das Aus
Seit
1986 erledigte die Zuckerfabrik ihre Aufgaben nur noch als
Trockenfuttermittelproduzent, Rübensammler und Schnitzelverarbeiter. Einigen
Gebäudebereiche waren ausgeräumt und wirkten verlassen. Das Vorhaben, sich mit
weiteren Herstellungsinitiativen über Wasser zu halten, kam nur stockend voran
und scheiterte mit der Wende. Im März 1990 kam es zur letzten Betriebsversammlung,
bei welcher die noch zugehörigen Beschäftigten durch das Mitführen eines
Holzsarges nebst Trauerflor das Ende voraussahen. Kombinats- und
Betriebsleitung kündeten in einer kontroversen Diskussion das Aus des Betriebes
an, welches am 31.12.1990 dann auch besiegelt wurde. Einige Arbeiter fanden
noch bis zum Ende der benachbarten Döbelner Zuckerfabrik eine Beschäftigung.
Unternehmensversuche
aus dem Westen scheiterten an der Unattraktivität der alten Bausubstanz.
Schließlich nahm sich der Südzuckerkonzern des Grundstückes an und veräußerte
es in private Hand. Für kurze Zeit wurde eine Mischanlage für Baustoffe
betrieben, doch die privaten Besitzer waren mit der Zukunft des immerhin 88 000
m/2 großen Geländes überfordert. Selbst als Rückführungsansprüchen vom Tisch
waren, neue Investoren sah man wohl kommen, doch alsbald auch wieder gehen.
Die
Oschatzer Zuckerfabrik erlebte glanzvolle Kampagnen, aber auch schicksalhafte
Jahre. Ihr einhundertjähriges Bestehen erlebte sie nicht mehr.
Doch
welch Kuriosum: wenngleich inzwischen die Sterne durch eingesunkene Dächer
scheinen und meterhohe Bäume deren Häuptern krönen, die Uhren aber, die ticken
noch und der Strom sorgt, wenn man am Schalter dreht, hier und da noch für ein
letztes Licht.
Fotogene
Erinnerung an das Zuckergleis nebst Waageeinrichtung, links die ehemalige
Betriebskantine Foto:
Scheffler
Im
Inneren bereits ausgehöhlt war 2009 die Fabrik, der Abriss war vorgesehen, aber
noch nicht in Gang gebracht Foto:
Scheffler
Welch trostlose Erinnerung an die südliche Schieneneinfahrt zur Zuckerfabrik Foto:
Scheffler
Die
Industriebrache Zuckerfabrik um 2000 von oben betrachtet Foto:
G. Hunger
2008,
Ansicht von der Südseite, rundum ein Trümmerfeld Foto:
Scheffler
2008, Ansicht von der Nordseite, die Schafe sorgen als „Rasenmäher“ für Ordnung
Foto: S. Bahnemann
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