Struktur-Notizen Allgemein
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18.10.1945:
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Durch den SMAD*-Befehl 124 werden alle Zuckerfabriken unter Zwangsverwaltung gestellt. 14 Zuckerfabriken, darunter Dehlitzsch, werden als
Reparationsgut demontiert. *Sowjetische
Militäradministration in Deutschland
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10.04.1946:
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Bildung von Betriebsräten
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21.05.1946:
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SMAD überführt zwangsverwaltete Betriebe in Nutzung und Besitz der deutschen Verwaltung, Betrieb wird somit Eigentum des
Volkes
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1950:
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Die Zuckerfabrik Brottewitz beginnt mit der Ausbildung von Facharbeitern für die Zuckerindustrie.
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1951:
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Wiederaufbau der Zuckerfabrik Dehlitzsch (1955 beendet)
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18.09.1957:
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Erste Konferenz der
Zuckerindustrie und des Rübenanbaues in Halle. Herausgabe einer Fachzeitschrift „Zuckererzeugung
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1958:
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Einführung der Bereiche „Absatz und Beschaffung". Erster Transport von
losem Rohzucker zu den Raffinerien
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1959:
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Einrichtung
und Inbetriebnahme der Trocknungsanlagen für Grünfutter und Getreide
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1962:
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Großbrand und Vernichtung der Zuckerfabrik Oschersleben
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1963:
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Im ersten Fünfjahrplan (1965-1970) werden Reduzierung des Anbaues von Rüben und
Zuckererzeugung angeordnet, 14 werden geschlossen
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31.12.1964:
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Aus 56 Betrieben werden 13 Großbetriebe
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1967:
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Zuckerindustrie erhält VEB-Status
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1970:
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Zuckerfabrik Brottewitz ist „Betrieb der ausgezeichneten Arbeit“
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1974:
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Einsatz von 6-reihigen Rodeladern mit Nachteilen in den Zuckerfabriken durch 5%
Besatz
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1975:
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Eingeführter Roh-Rohrzucker aus Kuba muss verarbeitet werden. Ab 1980gibt es zusätzliche
Importe aus Kuba.
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1980:
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Umstrukturierung nach Bezirkskombinaten, Forderung zu einer effektiveren
Rübenverarbeitung
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1985:
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Dipl. Ing. Müller wird Generaldirektor des VE Kombinat „Zucker"
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1986:
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Zuckerindustrie erfüllt erstmals schon am 11.12. den Staatsplan mit 117,2%
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1987:
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Es werden bei einigen Fabriken Kampagne-Höchstleistungen erbracht.
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27.03.1990:
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Konzeption der VE Kombinate „Zucker“ zur Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft
„Ostzucker AG“
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10.10.1990:
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Treuhandgesellschaft verhandelt mit vier Westunternehmen, wonach über Modernisierung
oder Stilllegung entschieden wurde
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30.04.1991:
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Treuhandergebnis: Es gibt künftig für unseren Bereich die „Südzucker AG"
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Fabrikerhalt in Ostdeutschland
| 1934 |
91 |
Fabriken, davon |
41 |
mit Weißzuckerherstellung |
| 1946 |
85 |
"
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24 |
"
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| 1962 |
63 |
"
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23 |
"
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| 1969 |
48 |
"
|
29 |
"
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| 1989 |
41 |
"
|
24 |
"
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| |
1934 |
1949 |
1969 |
1989 |
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| Oschatz |
650 |
800 |
850 |
-- |
1991 stillgelegt |
| Döbeln |
1150 |
1200 |
1250 |
1481 |
1991 stillgelegt |
| Brottewitz |
1650 |
1700 |
1800 |
2122 |
1992 modernisiert. |
| Dehlitzsch |
1750 |
-- |
2000 |
3971 |
1992 modernisiert |
| Löbau |
750 |
850 |
870 |
1242 |
1992 stillgelegt |
| Zeitz |
2250 |
2000 |
2050 |
1607 |
1992 stillgelegt |
Werkbereiche
| Betriebsleitung: |
Zunächst gehörte zur Direktion der Direktor mit seinem Prokuristen als auch der
Gesellschaftsvorstand nebst dessen Aufsichtsrat. Unter sozialistischer Regie waren das der Betriebs- bzw. Werkleiter mit dessen
Betriebsrat und Parteileitung. Während der Kombinatszeit war dem Werkleiter noch ein Werkdirektor überstellt.
Im Behördenbereich wurde der Werkleiter auch als Produktionsleiter bezeichnet.
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Abteilung Agronomie |
Sie entstand unter der Großbetriebs- und späteren Kombinatsbildung. Ihre Hauptaufgabe
bestand im wesentlichen darin, die von der Zuckerfabrik für den Rübenanbauer vorgegebenen Richtlinien (Bodenbearbeitung, Aussaat, Pflege,
Düngung und Ernte) an Ort und stelle zu überprüfen und Schulungen durchzuführen. Vorgänger dieser Institution waren von der Zuckerfabrik
bevollmächtigte Personen für den Rübenanbau.
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| Laborabteilung: |
Diese hatte u. a. die Aufgabe, die Schmutz- und Abfallquote des angelieferten Produktes
festzustellen und den Zuckergehalt der Rüben als auch der Steffenschnitzel zu messen. Bis auf Ausnahmen waren hier Frauen tätig.
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| Siedemeister: |
Eine verantwortungsvolle Tätigkeit, bei der die aus der Rübe gepressten Säfte bis zur
Herstellung des Rohzuckers in den Verdampfungsanlagen zu betreuen und zu überwachen waren.
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| Pförtner: |
Diese hatten den personellen als auch fuhrparkgenutzten Ein- und Ausgang zu kontrollieren
sowie zu arrangieren. Nebenbei war der Pförtner auch ein Vermittler und Informant.
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1982 wurden die Schwemmbuchten zu Rübenhalden, Kippfahrzeuge und Förderbänder bestimmen das Zuführgeschehen.
Foto: G. Hunger
Anschlussbedienung der Zuckerfabrik
Die wesentlichste Grundlage zur Errichtung einer
Zuckerfabrik war die Anbindung an das Transportunternehmen Eisenbahn, da
vorausschauend eine Rübenzufuhr aus weiter entfernten Bereichen nur auf der
Schienenstraße möglich war. Die Grundforderung der Zuckerfabrik, im Umkreis von
25 Kilometern alle geernteten Rüben ihr zur Verarbeitung zuzuführen, wäre ohne
Eisenbahn nicht möglich gewesen, da man eine Straßenzuführung von mehr als 10
Kilometer Länge keinem Geschirrführer hätte abverlangen können.
Da für die Oschatzer Zuckerfabrik eine Schienenanbindung
in unmittelbarer Stationsnähe möglich war und die Königl. Sächs. Staatsbahnen
in jedem Güteranschluss mit einem Drittel finanzieller Selbstbeteiligung einen
Beförderungserfolg sahen, brachte man es schnell zu einer Einigung. Weil aber
ein Zuführanschluss sowohl von der rege- als auch von der schalspurigen
Eisenbahn zu erfolgen hatte, nutzte man aus Kostengründen eine zweispurige
Verbindung, wie sie z. B. auch in Döbeln bereits bestand. So kam es am
21.08.1894 zwischen der Zuckerfabrik und den Sächs. Staatsbahnen zu einem
Vertrag zum Betreiben einer zweispurigen Anschlussbahn von zunächst 632 m
Länge. Schwierigkeiten gab es bei der Errichtung der Errichtung der Trasse
nicht, da man durch das Einlegen einer dritten Schiene den Streckenteil von
Bahnhof Oschatz bis zum Kilometer 0,8 einfach mitnutzte. Die Bedienung der
Anschlussanlagen oblag der Staatsbahn. Eine erste Zuführung ist nicht
nachgewiesen, doch man geht davon aus, das dies mit dem Kampagnebeginn am
11.10.1894 geschah.
Auch im inneren des Betriebes waren von fünf
Gleiseinrichtungen zwei gemischtspurig.
A 1 = Schmalspurig für Schwemme und Waage
A 2 = Gemischtspurig für Schwemme/Waage und Schnitzelverladung
A 3 = Schmalspuriges Umfahrgleis
A 4 = Gemischtspur für Kohle- und Kalkzufuhr
A 6 = Regelspuriges Gleis zur Zuckerverladung
Mit späteren Gleisänderungen wurden auch die
Gleisbezeichnungen (s. Skizze) geändert. Zunächst endeten A1 + A2 an einer Drehscheibe. Doch bereits 1900
wurden für 880 Meter Länge Schienen erworben, wonach 1904 erste
Gleislageveränderungen erfolgten. So verschwand das schmalspurige Umfahrgleis,
wurden hinter der offenen Schwemme mehrere Weichen eingebaut, endeten die
Gleise in Stümpfen (Prellbock). Das bereits in Werkplänen vorgesehene neue
Verladegleis mit Ausgangsanschluss zur Strehlaer Strecke etwa 50 Meter vor
Döllnitzüberquerung wurde von Seiten der Eisenbahn abgelehnt. Zu weiteren
vorgesehenen und durchgeführten Umbaumaßnahmen wird an gegebener Stelle
berichtet.
In der nun folgenden Anschlussbedienung muss des besseren
Verständnisses wegen die der Regel- und die der Schmalspur getrennt abgehandelt
werden.
Regelspur
Bis zur Stationserweiterung in Richtung „Krone“ (1904/06)
begann das Dreischienengleis inmitten des damaligen Güterbahnhofes. Erst danach
erfolgte die Zusammenführung am km 0,2 der Strecke Oschatz-Mügeln. Von nun an
hatte die Gemischtspur nur noch eine Länge von 520m. Die im Volksmund als
„Großbahn“ bezeichnete Regelspur hatte während der dreimonatigen Kampagnedauer
einen durchaus gewaltigen Rangier- und Anschlussbahnbetrieb zu bewältigen.
1971 war das Kalkgleis noch dreischieinig, es wurde aber
von der Schmalspur bereits nicht mehr genutzt. Foto: Riegler
Von 4 Anschlussgleisen waren 1980 noch 3 befahrbar Foto: W. Albrecht
Buchfahrplanauszug 1955
Buchfahrplanauszug 1972 Quelle: Sammlung Scheffler
Neuanschluss Nordseite (1957 – 1972)
Die Oschatzer Rangierlok während einer Fabrikbedienung Foto: Scheffler
Bf. Oschatz (Schmalspurteil) 1957, auf Gleis 4 steht ein
Rübenzug zur Zuführung bereit, welcher nur aus kleinen Zweiachsern besteht. Foto: W. Albrecht
Buchfahrplanauszug 1955

Frachtbriefe zweier schmalspurigen Wagenladungen von 1949 und 1957 Sammlung: Scheffler
Immerhin wurden allein durch die Zuckerfabrik in den
Anfangsjahren täglich zwischen 45 und 50 Waggons abgefertigt. Zugeführt wurden
neben Zuckerrüben auch reichlich Kohle, Kalkstein und Baustoffe. Zuckerrüben
wurden aus den nahegelegenen Stationen Bornitz, Dahlen, Dornreichenbach und
Wurzen gebracht, doch auch von weither kamen solche Ladungen für Oschatz.
Abgeholt wurden Schnitzelerzeugnisse sowohl in nasser als auch getrockneter
Form und Rohzucker, welcher gesackte in gedeckten Güterwagen zur
Weiterverarbeitung nach Rositz oder auch Delitzsch gefahren wurde.
Zuführungen, verbunden mit Abholungen, gab es sowohl
tagsüber als auch Nachts. Das waren sog. Übergabezuge (Üa), welche planmäßig
oder aber auch nach Bedarf verkehrten. Anfangs mit höchstens 250 Tonnen
Zuggewicht, ab der 1930er Jahre konnten bis zu 700 t befördert werden. Wegen
der Steigung von 1 : 60 waren in der Abholphase nur 250 t möglich. Zum Einsatz
gelangten dreiachsige Tenderloks der Gattung V T (später BR 89) und ersatzweise
solche der Gattung VII T (98). Diese Maschinen wurden von der Maschinenstation
Riesa (später als Bahnbetriebswerk bezeichnet) bereitgestellt. Eine schonende
Lokunterkunft in Form eines Heizhauses gab es für die Fahrzeuge im Bahnhof
Oschatz. Ab 1935 bekam der Bahnhof Oschatz eine Motorlok (Köf) für einfache
Rangierarbeiten zugeteilt. Diese wurde auch für Anschlussbedienungen
herangezogen. Von 1951 an setzte das Bw Riesa auch Tenderloks der BR 91 ein,
die beim Personal wegen ihre größeren Kraftreserven äußerst beliebt waren. Ab
1964 lösten Diesellokomotiven die Dampfloks ab. Zunächst waren das zweiachsige
Fahrzeuge der BR V 15/23 mit denen nur eine Höchstlast von 250 Tonnen erbracht
werden konnte. 1977 kam die 600 PS starke V 60 (BR 106) zum Einsatz. Jetzt gab
es lastmäßig keine Probleme mehr.
Innerhalb der Zuckerfabrik wurden einzelne Wagen mit
Pferden oder Handhebel bewegt. Am Kohle/Kalk -und Wassergleis A 4 richtete man
eine elektrische Seilzuganlage ein, mit der einzelne Wagen bewegt werden
konnten. 1970 wurde die schmalspurige Anschlussbedienung aufgelassen, in deren
Folge, verbunden mit Erneuerungsmaßnahmen der Fabrik, die gemischtspurigen
Einrichtungen ausgebaut und in regelspurige Gleiseinrichtungen erweitert
wurden. Dadurch änderte sich auch die Gleisbenutzung nebst ihrer Bezeichnung.
| Gleis |
A 1 = Kohlenentladengleis zur neuen Kohlehalde |
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A 2 = Rübenzuführgleis, ab 1986 ungenutzt |
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A 3 = Kalkzufuhrgleis |
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A 4 = Zuckergleis mit Waageeinrichtung |
Von nun an gab es im Transportverfahren eine Neuerung,
denn der gewonnene Rohzucker wurde zur Veredlung nicht mehr gesackt, sondern in
extra dafür zuständigen KKD Wagen lose transportiert. Ein Schüttsystem sorgte
für eine einfachere Belademöglichkeit. Das Entladen ging aber nicht immer
problemlos vonstatten. Zu einer wesentlichen Bedienungsreduzierung kam es 1986,
nachdem die innerbetriebliche Rübenverarbeitung aufgelassen wurde. Wohl wurden
noch Rüben gesammelt und zur Verarbeitung nach Dehlitzsch abgefahren und das
immerhin noch mit werktäglich bis zu 40
Wagen, doch außerhalb der Saison wurde nur noch Kohle zugeführt.
1989 sorgte die politische Wende bei der bereits
ökonomisch angeschlagenen Fabrik für das plötzliche Aus, in deren Folge auch
die Anschlussbedienung entfiel. Wohl wurden 1990 noch einige
Anschlussbedienungen durchgeführt, doch das waren Ausnahmen. Am 31.12.1992 kam
auf dem Schriftwege von der Eisenbahn das vertragliche Beförderungsaus.
Noch 2009 lagen einige Gleisreste, doch
Weichenverbindungen wurden bereits ausgebaut, so dass eine direkte Befahrung
nicht mehr möglich ist.
Schmalspur
Ebenso wie von der Hauptbahn aus, wurde die Zuckerfabrik
auch durch die Schmalspurbahn bedient. Während zwischen 1884 und 1893 die
Zuckerrüben aus dem Mügelner Schmalspurstreckennetz in die Zuckerfabrik Döbeln
gefahren wurden, teilte man sich ab 1894 den Zuführbereich. So wurden die Rüben
der Ladestationen der Strecke Mügeln - Döbeln in die Zuckerfabrik Döbeln
gebracht, während der Rest von immerhin 21 Stationen bzw. Ladestellen der
Zuckerfabrik Oschatz zugeteilt waren. Zu den wichtigsten Ladestellen gehörten
die Stationen Nerchau – Gornewitz, Mutzschen, Mahlis, Ss Mügelner Kammergut und
Naundorf. Dennoch gab es durch Kampagneverzögerungen, bei Überlastungsproblemen
und Betriebsstörungen sowohl durch die Eisenbahn als auch durch die
Zuckerfabrik selbst interne Abmachungen, Zuckerrüben aus dem Oschatzer
Ladebereich nach Döbeln oder umgekehrt nach Oschatz zu transportieren. Auf den der Zuckerfabrik nahe gelegenen
Stationen Schmorkau, Oschatz – Süd und Altoschatz wurden keine Rüben verladen.
Die aus N- und Gmp-Zügen angefahrenen
Rübenwaggons wurden auf dem Schmalspurteil des Oschatzer Bahnhofes auf den
Gleisen 3, 4 oder 8 gesammelt und von dort in Übergabezügen von bis zu 200
Tonnen Last der Fabrik zugeführt. Die Fahrpläne sahen in den 1920er und 1950er
Jahren während der Kampagne täglich bis zu 8 solcher Züge vor, die allerdings
nur bei Bedarf verkehrten. In guten Kampagnezeiten wurden davon zwischen 5 und
6 genutzt. Bis 1897 konnten die Rüben nur in zweiachsigen offenen Wagen mit fünf
Tonnen Ladegewicht transportiert werden. Ab 1899 kamen zunehmend vierachsige
Wagen von 10 Meter Länge und zehn Tonnen Ladegewicht hinzu. Die ab 1938
geschaffenen hochbortigen Einheits 00 mit 15t Ladegewicht waren aus Sicht der
Eisenbahn und auch der Fabrik die Idealsten, doch bei den Verladern blieben bis
zuletzt die kleinen Zweiachser beliebter, weil sie sich auf den Ladestationen
noch per Hand bewegen ließen. Bis gegen 1929 führte die Schmalspur der
Zuckerfabrik Kalk aus den Schrebitzer Gruben zu. Die in der Zuckerfabrik
gefertigten Zuckerschnitzel wurden lose oder gesackt in gedeckten Güterwagen
transportiert, weshalb in einigen Rübenzügen auch solche Gw oder GGw Verwendung fanden. In guten
Kampagnezeiten wurden durch die Schmalspur bis zu 600 Tonnen Rüben täglich
zugeführt. 1964 waren es noch 540 t. Aufgeteilt waren das 51% durch die
Regelspur, 28% durch die Schmalspur und 21% durch LKW und Geschirr von der
Straße.
Der Schmalspurbahn standen im Anschluss zunächst zwei
eigene und zwei gemischtspurige Gleise zur Verfügung. Wohl kamen sich dabei
diese durch getrennte Fahrpläne nicht in die Quere, doch bei der Behandlung auf
den Gemischtspurengleisen mit verschiedenen Fahrzeugen war die
Anschlussbedienung sowohl für das Rangierpersonal als auch für die
Industriearbeiter kein Zuckerschlecken. Um die Streckensperrungen zwischen
Oschatz und Oschatz – Süd durch die zahlreichen Industrieanschlussbehandlungen
von Regel- uns Schmalspurbahn zu minimieren, wurde 1957 für die Schmalspur ein
neuer Zuführanschluss aus der Strehlaer Trasse am km 0,37 durch den Einbau
einer Weiche (Nr. 39) geschaffen. Von nun an wurden Zuführungen und Abholungen
weitgehend, ab 1959 nur noch von der Nordseite aus durchgeführt. Die bisherige
Südeinfahrt blieb jedoch bis 1973 betrieblich erhalten. Das Dreischienengleis A
4 wurde daraufhin von der Schmalspur nicht mehr genutzt. Nach nochmaligen hohen
Beförderungsintervallen (1957/59) brachte die Bahn 100.000t Rüben auf dem
Schienenwege zur Fabrik, doch dann begann ab 1962 eine merkliche Reduzierung
der Verladung. Ursache war die zunehmende Motorisierung auf der Straße, denn
mit dem Traktor oder dem LKW konnte die Rübe schneller und auch aus
weiterreichenden Entfernungen, mitunter sogar vom Feld zur Fabrik gefahren
werden. Das zeit- und umladeaufwendige Verladen auf den Unterwegsstationen,
welches stets für Unmut sorgte, entfiel nach und nach. Bereits 1966 starb der
Rübentransport auf der Strehlaer Schiene und 1970 wurde die Zuckerfabrik in
Oschatz durch die Schmalspurbahn ein letztes Mal bedient. Im benachbarten
Döbeln war dies bereits 1968 der Fall. Schon 1972 erfolgte der Ausbau des oberen
Gleisanschlusses. Damit ging bei der Mügelner Schmalspurbahn eine
Beförderungsära zu Ende, denn unter „dem Druck der Rübe“ war das gesamte
Schmalspurbahnnetz einst schneller entstanden als gedacht. Obwohl das Transportaufkommen
dadurch eine gewaltige Schlappe erlitt, weinten die Bahnpersonale der Rübe
keine Träne nach.
Die Rübenzufuhr auf der Straße
Am auffälligsten war die Zuführung von Zuckerrüben auf
dem Straßenwege. Aus rund fünf bis zehn Kilometer Entfernung setzten sich pferde-
und rinderbespannte Fuhrwerke in Bewegung, um die Rübenfracht den durch die
Gesellschafter und Rübenbevollmächtigten vorgegebenen Anfahrtsterminen zur
Zuckerfabrik zu bringen. Vor allem von den Rittergütern Rudolph, Gadegast,
Schlenker und Patzschke, aber auch von den Gutsbesitzern Lorenz, von Oppel,
Teller, Thomas und Kratzsch gelangten in den ersten Verwertungsjahren Rüben in
die Fabrik. Meist zügelten Knechte und geworbene Landarbeiter die Gespanne auf
den holprigen und schlammigen Landwegen. Am Eingang der Zuckerfabrik standen
sie dann Schlange, denn das Nachrücken bis zu den Schwemmrippen ging stets zäh
vonstatten. Auch konnte wetterbedingt und tierabhängig nur selten die
vorgegebene Zeit eingehalten werden, so dass das Wiegen der Fracht als auch die
darauffolgende Entladung zum Nachteil des Fabrikarbeiters vonstatten ging. Auch
musste die Ladung selbst oft bemängelt werden, weil der Schmutzanteil zu hoch
war oder Fremdmassen wie Stroh, Blattwerk und Gestein den normalen Ablauf
behinderten. Betrug die Entfernung zwischen Gut und Fabrik mehr als fünf
Kilometer, und wenn auf der Rücktour noch Futterschnitzel geladen wurden, ging
bei den zur Kampagnezeit an sich kurzen
Tagen, ein solcher bis zur Gänze drauf. Erst mit der Mechanisierung der Landwirtschaft
zu Anfang der 1930er Jahre begann vor allen bei den Rittergütern der Traktor
für eine gewisse Transporterleichterung zu sorgen. Jetzt konnte mehr Last und
diese auch schneller zur Fabrik gefahren werden. Nur die Straße hielt mit
dieser Entwicklung über lange Zeit nicht Stand. So war das Pferdegeschirr noch
bis in die 1950er Jahre dominant, da ein Großteil der Traktoren
reparaturanfällig und nicht jeder Landangestellte eine Fahrerlaubnis besaß.
Ab 1952 waren die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften
(LPG) die Rübengeber, die ebenso wie zuvor vertraglich mit dem Rübenanbau und
deren prozentualer Ablieferung an die Zuckerfabrik gebunden waren. Zu den
wichtigsten LPG – Zulieferern auf der Straße gehörten die von Laas, Cavertitz,
Schmannewitz, Börln und Altoschatz. Jetzt übernahmen die Lanz, Deutz und später
Usustraktoren den Rübentransport und alsbald mischten sich auch ältere LKW –
Typen dazwischen, denn nun waren die Straßen weitgehend motorfähig ausgebaut.
Schließlich triumphierte in „DDR – klassischer – Manier“
das IFA – W50 – Fahrzeug. Kipploren und Anhänger sorgten für ein zügiges
Vorankommen in der Fabrik. Schlangestehen wurde zur Ausnahme. Nur der Unrat der
blieb, sowohl auf den Straßen und durch die Radprofile auch in der Fabrik. In diesen
Hochzeiten der Anlieferung wurde die Zuckerfabrik ihrer angebrachten Rübenmasse
nicht mehr Herr. Überlaufende Schwemmbuchten und zahlreiche Förderbänder wurden
jetzt zum Markenzeichen der Fabrik. Wohl halfen provisorische Einrichtungen bei
der Entladung, doch der Verarbeitungsablauf konnte dem Anlaufdruck der Rübe
nicht standhalten. So mussten innerhalb und außerhalb des Betriebes zusätzliche
Lagenhalden geschaffen werden, die gegen die Sonneneinwirkung mit Flies
abgedeckt werden mussten. Da sich im inneren dieser freien Lagerung durch Druck
ein Wärmestau entwickelte und wenige Frostgrade der Rübe nichts anhaben
konnten, wurde dieser Vorratshaltung nichts Negatives nachgewiesen.
Erinnerung an die 1950er Jahre, die gerodeten Rüben wurden vom Feldrand entweder auf den Gutshof, meist
jedoch gleich in die Fabrik gebracht Foto Rossberg
Auch auf den Feldern hat bei der Rübenernte die
Mechanisierung Einzug gehalten Foto G. Hunger
Geschirre gab es keine mehr, doch das Entladen der Rüben
vom Kraftfahrzeug zur Schwemme war nach wie vor beschwerlich Foto: LVZ/Hunger
Ab der ersten 1970er Jahre waren einige Tätigkeiten, wie
das Entladen der Rüben schon modernisiert. Foto: LVZ/Hunger

1965 – eine neue Schnitzeltrockentrommel von 13 Meter
Länge kommt mit der Reichsbahn ins Fabrikgelände. Foto: Riedler
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