Anlässlich des 800-jährigen Jubiläums des Wüsten Schlosses Osterland wurden neue Informationstafeln vom Oschatzer Geschichts- und Heimatverein e.V. und der Stadt Oschatz unter der fachlichen Federführung von Dipl. phil. Reinhard Spehr, Dresden und mit Unterstützung der Sparkassenstiftung für die Region Torgau-Oschatz sowie der Firma Arnold-Druck Oschatz aufgestellt.
Videoaufnahme
der Ruine von 1991 (Ausgrabung),1996, Zustand 2011 und Kommentar von R.Spehr.
Mit frdl. Genehmigung von bpunkt movies
800 Jahre Wüstes Schloss
Anlässlich des 800-jährigen Jubiläums des „Wüsten Schlosses Osterland“
bei Oschatz veröffentlichte der Geschichts- und Heimatverein Oschatz
e.V. am 14. April 2011 diese Postkarte. Die Ansicht des Schlosses mit
dem Vorwerk Pappenheim im Hintergrund wurde von Julius Möckel
gezeichnet, von F.A. Renner und I.H. Ketzschau in Dresden lithographiert
und in der Sächsischen Kirchengalerie 1840 erstmalig gezeigt.
Die Karte ist zum Preis von EUR 0,50 bei der Oschatz Information und im Stadt- und Waagenmuseum erhältlich.
Die Zukunft des
Wüsten Schlosses
Das Wüste Schloss
an der Wermsdorfer Straße soll aus seinem Dornröschenschlaf
geweckt werden. Auf unsere Iniative trafen sich Sachsens oberste Denkmalschützer
an der mittelalterlichen Ruine. Fazit: Mit vereinter Kraft soll die ehemalige
Ritterburg wieder in das öffentliche Interesse gerückt werden.
Die Denkmalschützer wollen das imposante Wasserbecken aus grünem
Porphyr, das Anfang der 90er Jahre freigelegt wurde, wieder ausgraben und
für die Öffentlichkeit sichtbar machen.
Als der Archäologe
Reinhard Spehr Anfang der 90er Jahre ein kunstvolles Wasserbecken inmitten
der Ruinen ausgrub, war das Erstaunen der Fachwelt groß. Speht geht
davon aus, dass Markgraf Dietrich von Meißen das Schloss um 1212
als Jagdhaus für die ritterliche Tafelrunde gebaut hat.
"Das ist einfach Traumschön",
schwärmt die sächsische Landesarchäologin Dr. Judith Oexle.
Doch das Wüste Schloss ist mehr als eine romantische Kulisse, "Diese
monumentale Schlossanlage gehört zu den ältesten Steinbauten
Sachsens" erläuterte Dr. Wolfgang Ender vom Landesamt für Archäologie.
Dementsprechend schlecht erhalten sieht das Schloss auch aus, wie Dr. Steffen
Delang vom Sächsischen Landesamt für Denkmalschutz einschätzte:
"Der fortschreitende Verfall der Ruinensubstanz macht mir Sorgen. Vielleicht
kann das Wüste Schloss in die Landesgartenschau einbezogen werden."
Ein Ansinnen, das wir seit über zwei Jahren verfolgen. Bisher leider
ohne Erfolg. Jetzt wollen wir noch einmal mit Vertretern der Stadt über
dieses Thema reden.
Auch wenn es nicht klappt,
wollen wir nicht aufgeben. Noch in diesem Jahr will ds Landesamt für
Archäologie eine Ausstellung über die Schloss-Geschichte in der
Kreissparkasse Oschatz und Torgau zeigen. Landesarchäologin Oexle
setzt noch eins drauf. "Wir werden versuchen, das Wasserbecken wieder frei
zu legen." Eventuell könnte der mittelalterliche "Swimmingpool", in
dem schon die Ritter der Tafelrunde badeten, in ein Glashaus eingepackt
und so der Öffentlichkeit gezeigt werden. Wir sollten außerdem
den Grundriss des Schlosses wieder mit einer Bepflanzung sichtbar machen."
Gabriele Teumer: Wir
wollen unbedingt dafür etws tun, dass unser Wüstes Schloss erhalten
wird."